NAUSIKAA

Erzählung. 120 Seiten

Odysseus, der Held der Odyssee, muss sein Schiff erneut zu Wasser bringen. Wird er nach dem Trojanischen Krieg in sein Ithaka zurückstreben können, oder wird er den Trümmern eines Troja entfliehen müssen, das die ganze Erde umfasst?

Bei einer Reise durch die Ägäis spürt die Autorin, auch am Grund der eigenen Seele, der „Irrfahrt“ des Odysseus nach und gelangt zu der aus Mythos und Religion verdrängten weiblichen Seele. Sie ist erwacht. Wie wird sie sich uns präsentieren? Als Retterin Isis oder als Zerstörerin Lilith?

Was als individuelle Forschungsreise beginnt, wird zur Reise durch das kollektive Unbewusste, an deren Ende ein Neubeginn steht, den wie bei Homer die Aussöhnung zwischen weiblicher und männlicher Göttlichkeit ermöglicht.

Leseprobe

Zwar ist der Mythos von der Befreiung des Sohnes aus der Abhängigkeit von der Großen Mutter ein Loblied auf den Individuationsprozess, aber was macht Individualität aus? Das Ich? Es lässt sich gleichschalten. Nur ein Ich, das noch nicht gefestigt ist, muss betont werden. Konfrontiert mit dem sich kollektivierenden vermassenden Charakter, der alles, selbst Gott zu sein sich anmaßt, ist ein Ich chancenlos, das keine Möglichkeit zur individuellen Entwicklung hat.

Individuell verschieden ist nur die Seele. Sie spricht in Bildern zu uns. Tabuisiert man die Bilder, wird die Seele sprachlos. „Wenn man ein Geheimnis schon aussprechen soll“, sagt Jesus im Apokryphon des Phillipos: „Der Vater des Universums vereinigte sich mit der Jungfrau, die herabgestiegen war, und es leuchtete ihm ein Bilde! An jenem Tage offenbarte er das große Brautgemach. Und deswegen kam auch sein ‚Körper’, der an diesem Tage entstanden war, aus dem Brautgemach“ (82). Den gnostischen Begriff des Brautgemaches überliefert ein von Clemens von Alexandria dokumentiertes Bekenntnis zum Kult der phrygischen Göttin Kybele:

Gespeist habe ich von dem Tamburin/
Getrunken habe ich aus der Cymbel/
Das heilige Gefäß habe ich getragen/
Ins Brautgemach bin ich eingetreten.

Verweigert Alkmene sich in Hesiods „Schild des Herakles“ dem Amphitryon bis er seinen Familienzwist durch Rache an den Gegnern beendet hat, ist das ebenso wenig eine Aufforderung zum Totschlag, wie wenn der indische Meister Gita in der Bhagavad dem Schüler Arjuna rät, seine Verwandten zu erschlagen. Was Arjuna erschlagen soll ist seine Verhaftung in der Zeit (Karma). Den Mann, der dazu nicht bereit ist, verlässt die Herrin Seele, ob Lilith den phönikischen oder Eva den gnostischen Adam, „weil sie sich nicht mit ihm im Brautgemach vereinigt hatte“ (Philippos 80)

Was macht den Menschen denn zur Krone der Schöpfung? Die Ratio, wie der westliche Mensch glaubt? Sie hindert ihn nicht daran, unmenschliche Grausamkeiten zu begehen oder die eigene Lebensgrundlage zu zerstören. Auch der Körper des genialen Erfinders, ob er seine Wissenschaft in den Dienst des Todes oder den Dienst des Lebens stellt, verrottet in der Erde. Sein Ich gehört ebenso wie das des Diktators einem Feld der Zeit an, in das es beim Tod wieder eingeht. Ruft der Regisseur Schnitt, muss es mitten im Stück von der Bühne abtreten, ob es will oder nicht.

Nur die Seele ist Schauspieler und Regisseur in einem Stück, das gleichzeitig auf allen Bühnen der Welt spielt. Erkennt das Ego die Seele, mag es fragen: Was ist Dein Ziel? Und die Seele mag antworten: Der Horizont.
Und wenn Du ihn erreichst?“, erkundigt sich das Ego.
Gibt es einen neuen.
Du bewegst Dich im Kreis, staunt das Ego und erhält zur Antwort: Reise ich in den Westen, gelange ich in den Osten. Fliege ich nach Süden, eröffnet sich mir der Norden.
Wer bist Du, möchte das Ego wissen, und die Seele antwortet: Ich bin der Wind, Bruder.
Das Ego möchte den Wind fangen, aber die Seele warnt, gefangen sei sie nutzlos.
Ich werde Dich fesseln, droht das Ego und bekommt zu hören, dass es sich nur selbst fessle.
Und wenn ich mit Dir fliege?
Wirst Du wie ich.
Frei?
Ja. Frei!

© Christa Zettel, 2009

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